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Worauf Jugendliche bei der Berufswahl achten

Eigene Interessen stehen zwar an oberster Stelle der Entscheidungskriterien, aber auch die Eltern spielen eine wichtige Rolle. Die Pädagogische Hochschule FHNW hat analysiert, worauf Jugendliche bei der Berufswahl achten.

Kauffrau oder Fachangestellte Gesundheit? Metallbauer oder Automobil-Mechatroniker? Tausende Jugendliche stehen jedes Jahr vor diesem lebensträchtigen Entscheid und sind dabei gerade mal 14 oder 15 Jahre alt. Über 250 Lehrberufe stehen zur Auswahl, hinzu kommen die Vorstellungen der Eltern, die Schulnoten und der hart umkämpfte Wettbewerb im Lehrstellenmarkt. Das alles macht die Entscheidung alles andere als leicht. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Ja, nach welchen Kriterien entscheiden die Jugendlichen denn überhaupt? Prof. Dr. Markus Neuenschwander, Erziehungswissenschaftler an der Pädagogischen Hochschule FHNW, ging dieser Frage auf den Grund. Zusammen mit seinem Team wurden gegen 500 Jugendliche aus der ganzen Deutschschweiz befragt. Sie waren zu jener Zeit in der neunten Klasse.

Zu frühe Rekrutierung ist problematisch

Die Kernfrage lautete: «Was war für euch entscheidend, eine möglichst passende Lehrstelle zu finden?» Es stellten sich fünf Punkte heraus: Das Interesse, die Hilfe der Eltern, die Hartnäckigkeit bei der Lehrstellensuche, die Unterstützung der Lehrpersonen und die möglichst frühe Entscheidung. «Das berufliche Vorbild von Eltern und Verwandten hat einen starken Einfluss auf die Jugendlichen», so Neuenschwander. Die Art der Sozialisation würde eine entscheidende Rolle spielen und Jugendliche seien mit 14 noch sehr flexibel, auch formbar. Auch die frühzeitige Entscheidung ist ihnen anscheinend wichtig. Dies erachtet Neuenschwander als problematisch. Die Jugendlichen würden hier auf ein Faktum in der Berufswelt reagieren. Denn je früher man mit dem Bewerbungsprozess beginne, desto grösser sei die Auswahl, weil viele Firmen ihre offenen Stellen schon früh besetzen wollen und hoffen, so die besten Schüler anzusprechen. Markus Neuenschwander hält dies aber für einen Trugschluss: «Aufgrund ihrer individuellen Entwicklung sind etliche begabte und motivierte Schüler erst zu einem späteren Zeitpunkt in der Lage, die richtige Entscheidung für sich zu treffen».

Darauf achten Jugendliche bei der Berufswahl:

– Eigene Interessen
– Eine abwechslungsreiche, erfüllende Tätigkeit
– Sich einbringen können
– Ausbildung, die Wege offen lässt
– Lohnaussichten und Karrierechancen
– Prestige
– Arbeitsweg unter 30 Minuten

Quelle:
Bildungsentscheidungen und Bildungsverläufe von Jugendlichen, Prof. Dr. Markus Neuenschwander, Pädagogische Hochschule FHNW.

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