Lernende rekrutieren für die Baubranche

Wie Lernende rekrutieren, wenn kaum Interesse da ist?

Die Berufe der Baubranche erleiden seit einigen Jahren einen kontinuierlichen Rückgang was die Anzahl der Lernenden anbelangt. Die Ausbildungsplätze wären da – die Nachfrage aber weniger.

Wo und wie kann wer ansetzen, um auch in Zukunft eine Branche mit motivierten und gut ausgebildeten Fachleuten versorgen zu können?

In der Baubranche wird es immer schwieriger Lernende zu rekrutieren

Die Attraktivität der Bauberufe scheint derzeit zu leiden. Die Entwicklung der vergangenen Jahre macht Sorgen. Auf der Suche nach den Gründen dafür, sind viele Spekulationen und Vermutungen möglich.

Strengen sich junge Menschen körperlich nicht mehr gleich gerne an wie früher? Stören Sie sich am Schmutz auf der Baustelle? Ist das Ansehen unter Gleichaltrigen negativ? Wie sieht es mit dem Image aus, welches die Eltern von Bauberufen haben? Das sind nur einige Fragen, die aufkommen, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt. Diese Aufzählung von Fragen könnte noch beliebig fortgesetzt werden. Fakt ist: Die Lehrbetriebe haben immer öfter Schwierigkeiten Lernende zu rekrutieren.

Woran es sicherlich nicht liegt, ist der Lernendenlohn. Doch dies allein scheint nicht mehr zu reichen, um einen Ausbildungsberuf attraktiv zu halten.

Dabei sind die Bauberufe auch in anderen Hinsichten attraktiv: man ist den ganzen Tag in Bewegung, hat nach der Lehre gute und vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen und sie bieten einen direkten Bezug zur Arbeit, denn man kann abends sein Tageswerk sichtlich erkennen. Zudem kommen auch immer mehr digitale Hilfsmittel zum Einsatz – auch das gehört zur Weiterentwicklung der Branche.

Maßnahmen zur Imageförderung und Rekrutierung von Lernenden

Das Baugewerbe ist gefordert und unternimmt allerhand, um das Image der Bauberufe zu verbessern. Auf nationaler Ebene laufen Kampagnen mit bekannten persönlichen Aushängeschildern wie Beat Feuz. Man zielt darauf ab, über die sozialen Medien die Jugendlichen direkt erreichen zu können. Zahlreiche Videobeiträge von Lernenden bringen die Alltagstätigkeit näher, sei es auf Instagram oder Facebook.

Mit der Präsenz an der Berufsmesse und Aktionen im Zusammenhang mit dem Tour d’Horizon des SBV ist erhöhte persönliche Anwesenheit von Lernenden und ausgebildeten Branchenvertretern sichergestellt.

Die Herausforderung für die Baubranche

Die Herausforderung besteht für die Baubranche darin, heute möglichst viele Personen auszubilden, damit auch morgen und übermorgen der Nachwuchs in Führungspositionen – vom Vorarbeiter über den Polier bis zum Bauleiter – ein gutes Funktionieren und Florieren der Bauwirtschaft garantieren können. Um dies zu meistern, müssen die künftigen Massnahmen möglichst viele Ansprechsgruppen erreichen: die Jungen selber, aber auch deren Eltern, Lehrpersonen, Schulleitungen und Berufsberatungen.

Was macht der BZS um dem entgegenzuwirken

Regional sind grosse Bemühungen im Gange, direkten Zugang zu künftigen Schulabgängern zu pflegen. Dabei sollen nebst Ausbildungs- auch Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten aufgezeigt werden. Im Herbst 2020 haben wir zum Beispiel nebst den traditionellen Ständen an der Berufsmesse Zürich, den vom Schweizerischen Baumeisterverband betriebene Tour d’horizon (ein 15m hoher Turm) am Eingang der Messehalle stehen. Des Weiteren soll das Projekt «Rent-a-Stift» dazu beitragen, dass Lernende durch ihre Schul- und Klassenbesuche Begeisterung für die Berufe der Baubranche vermitteln bekommen. Die Zusammenarbeit mit Schulen und Berufsinformationszentren wird bewusst gefördert, um so langfristig leichter Lernende zu rekrutieren.

 

Auf nationaler Ebene ist der Masterplan 2030 Berufsbildung in Ausarbeitung. Darin enthalten ist auch die Idee, Quereinsteigern den Übertritt in die Baubranche zu ermöglichen, um dem Fachkräftemangel auf diversen Stufen zu begegnen.

Denn: Fehlen Lernende, ist es auch um den Nachwuchs auf den Führungsstufen nicht gut bestellt.

Autor: Gerhard Meyer, Geschäftsführer Baumeisterverband Zürich/Schaffhausen

http://www.baumeister.ch/de/berufsbildung/

www.bauberufe.ch

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