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Teamwork und Verbindlichkeit bei Jugendlichen fördern

5 Elemente mit denen Sie die Verbindlichkeit fördern

Wie gelingt es bei Jugendlichen eine verbindliche Haltung zu fördern? In diesem Beitrag teilt Experte Achi Brunnschweiler (dipl. Coach SCA und Betrieblicher Mentor FA) seine Erfahrungen, die er in mehr als 20 Jahren Jugendarbeit gemacht hat.

60 Jugendliche inszenieren ein herausforderndes Musical und treiben dem Regisseur Freudentränen in die Augen. Dies geschieht bei der Dernière. Der krönende Abschluss eines Projekts, das mehr als 1 Jahr gedauert hat. Wie ist es möglich, junge Menschen so verbindlich an einer Sache dran zu halten?

Seit mehr als 20 Jahren inszeniere ich Musicals mit jungen Menschen. In dieser Zeit hatte ich viel Gelegenheit zu beobachten, auszuprobieren, zu scheitern und zu gewinnen. Rückblickend erkenne ich 5 Faktoren, die dazu führen, dass Jugendliche eine Verbindlichkeit aufbauen können, die längere Zeit anhält.

 

Die Freude am Projekt schafft Verbindlichkeit

Neben diversen Studien sagt uns auch unser gesunder Menschenverstand, dass Freude beflügelnd und verbindend wirkt. Freude steigert das Gefühl der Zugehörigkeit, erweitert die Wahrnehmung und steigert die Kreativität und die Leistungsbereitschaft. Gute Gründe, um für eine fröhliche Stimmung zu sorgen.

Freude zu fördern heisst nicht zwingend, negative Emotionen zu verbergen oder zu bekämpfen. Viel mehr wirkt hier der gekonnte und ermutigende Umgang mit solchen Situationen.

Freude ist ansteckend. Haben Sie Freude an Ihrer Arbeit und an Ihren Lernenden? Zeigen Sie sie.

Es ist nicht jedermanns Sache aber ich habe mich schon dabei ertappt, dass ich bis zur Erschöpfung den Clown gespielt habe. Die Wirkung blieb nicht aus.

 

 

Mehr Verbindlichkeit durch die Möglichkeit sich einbringen zu können

Jugendliche möchten sich – genau, wie auch die Erwachsenen – einbringen können. Sie möchten Ihre Stärken gewinnbringend einsetzen und zeigen, was sie können.

Eine Grundregel bei unserem Musicalverein ist, dass wir Menschen nach ihren Stärken einsetzen und dass alle (inkl. der Leitung) zustimmen, sich stetig verbessern zu wollen.

Ich habe mir die folgende Haltung angewöhnt: Meine jungen Mitarbeiter*innen sind mir ebenbürtig. Deswegen behandle ich sie, wie Gleichwertige. Wenn sie richtig loslegen, lasse ich sie an mir vorbeiziehen in dem Wissen, dass wir alle jederzeit Neues lernen können. Aber auch, wenn ich mehr weiss oder kann, brauche ich sie das nicht permanent spüren zu lassen.

Beziehungen fördern und Zufriedenheit schaffen

Die Zugehörigkeit zu einem Beziehungsnetz gibt Sicherheit und ermöglicht eine positive Entwicklung. Lernende sind keine billigen Arbeitskräfte, keine kopflosen Nieten und keine Diener. Sie sind Teil eines Teams und möchten das auch so empfinden.

Egal, ob 7- oder 24-jährig, ich interessiere mich für jede Person, ihre Geschichten und aktuellen Anliegen. Für Dissonanzen im Team habe ich ein feines Gespür, gehe ihnen nach und versuche die Beziehungen zu verbessern.

Ich bin ehrlich und transparent, kann zu meinen Schwächen stehen und bin für mein Gegenüber spür- und erlebbar.

 

Sinn vermitteln

Menschen möchten spüren, dass ihr Tun sinnhaft und bedeutungsvoll ist.

Es ist unmöglich, 60 Personen mitreden und mitentscheiden zu lassen. Dennoch nehme ich mir die Zeit punktuell Meinungen einzuholen.

Nachdem ich für jede Person eine sinnvolle Aufgabe gefunden habe, folgt eine noch intensivere Aufgabe. Unablässig erkläre ich Einzelnen und Gruppen, weshalb ihre Arbeit so wichtig für die Zielerreichung ist, was das Ziel ist und welche Bedeutung ihre Arbeit im Kontext des Ganzen hat.

Die Vision der Tournee vor Augen. Ich träume, schwärme und beschreibe die Emotionen, die wir erleben werden.

 

Gemeinsam Ziele erreichen

Die Teilnehmer*innen schwanken in den 12 Monaten der Vorbereitung zwischen Selbstüberschätzung und dem Gefühl, dass wir das Musical nicht gut genug hinbekommen.

Meine Aufgabe besteht darin, erreichbare Ziele und Zwischenziele zu stecken und diese entsprechend zu kommunizieren. Jedes erreichte Ziel wird gefeiert und hervorgehoben. Damit wären wir wieder beim ersten Element für mehr Verbindlichkeit: «Freude haben».

 

Fazit

Es gelingt nie, alle 60 Personen 100% an Bord zu holen und dauerhaft zu halten aber es gibt in der Zwischenzeit viele erwachsene Personen, die von einer Erfahrung sprechen, die ihr Leben verändert hat.

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