Lernende rekrutieren während der Pandemie

Jugendliche müssen Berufe erleben können

Viele Schüler würden sich gerne erste Eindrücke von der Berufswelt vor Ort machen – ob beim Schnuppern, in Projekten oder an Berufsmessen. Wegen der Corona-Pandemie ist dieser Wunsch aber nur begrenzt umsetzbar. Trotzdem ist es enorm wichtig, den Berufswahlprozess, wenn immer möglich, aufrechtzuerhalten.

Den Berufswahlprozess aufrecht erhalten

Die zweite Welle der Corona-Pandemie hält einen Grossteil der Wirtschaft weiterhin fest im Griff. Oberstes Ziel ist es, einen weiteren Lockdown zu verhindern. Denn die Schweizer Wirtschaft darf nicht nochmals einen solch gravierenden Einbruch erleiden, wie im Frühling diesen Jahres. Mit praxiserprobten Schutzkonzepten – einschliesslich Abstand- und Hygiene-Regeln – kann der Betrieb in einer Vielzahl von Unternehmen aufrecht erhalten bleiben.

Wie ein neuerlicher Lockdown in den Unternehmen verhindert werden kann, zeigt stellvertretend für die ganze Wirtschaft der Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem). Er hat verschiedene Kurzvideos gedreht, in denen zahlreiche Möglichkeiten zur Verhinderung von Ansteckungen erklärt werden.

 

Lernenden rekrutieren, Berufswahlprozess in Zeiten der Pandemie

 

Lernende rekrutieren: Corona-Maßnahmen schaffen immer mehr Hürden

Zu den bundesrätlichen Massnahmen gegen einen zweiten Lockdown gehört insbesondere die Reduktion der persönlichen Kontakte.

Eine Massnahme, deren Auswirkungen auch die berufliche Grundbildung beeinträchtigt. Viele Berufsbesichtigungen und –Messen wurden abgesagt, weil Ansammlungen in dieser Grössenordnung nicht mehr erlaubt sind. Auch das Schnuppern in Lehrbetrieben wurde komplizierter oder ganz abgesagt.Gerade aber für jene Schüler, die sich im nächsten Jahr für eine Berufslehre entscheiden möchten, sind diese Absagen und Hürden gravierend. Denn dadurch ist es für sie schwierig, erste Eindrücke in der Arbeitswelt zu erhalten.

Trotz – oder gerade wegen dieser erschwerten Situation – appelliert der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) an die Jugendlichen und ihre Eltern, sich über die zahlreichen Berufsmöglichkeiten zu informieren, mit Betrieben telefonisch oder online Kontakt aufzunehmen und sich zu bewerben. Viele Branchen haben zudem Live-Streams oder weitere Online-Angebote initiiert, um Jugendliche und Ihre Eltern über die Branche und die zahlreichen Karrieremöglichkeiten zu informieren.

So bietet beispielsweise GastroSuisse zusammen mit HotellerieSuisse Webinare an, die den jungen Menschen verschiedene Berufe näher bringen sollen. Der SAV setzt sich dafür ein, dass es koordinierte Alternativformate zu den Berufswahlmessen gibt und bittet gleichzeitig die Betriebe, den Bewerbungsprozess möglichst aufrechtzuerhalten – immer unter Einhaltung der Schutzkonzepte.

 

Corona ist eine Wirtschaftskrise aber keine Lehrstellenkrise

Wichtig an dieser Stelle ist zu betonen, dass die Unternehmen bisher alles darangesetzt haben, Jugendlichen die Ausbildung im Betrieb weiter zu ermöglichen. Die Corona-Krise hat eindeutig gezeigt: Die Berufsbildung ist krisenresistent. Corona ist eine Wirtschaftskrise aber keine Lehrstellenkrise. Denn im Jahr 2020 konnten gesamtschweizerisch bereits per Ende September gleich viele Lehrstellen besetzt werden, wie im Vorjahr. Das zeigen die Zahlen des Staatsekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Besonders hervorzuheben sind die hohe Ausbildungsbereitschaft und das Verantwortungsbewusstsein der Unternehmen.

 

Zukünftig weiter erfolgreich ausbilden

Um auch künftig auf gut ausgebildete Fachkräfte zählen zu können ist es wichtig, wo immer möglich, Lehrstellen weiterzuführen und zu schaffen. Die jungen Lernenden werden arbeitsmarktnah ausgebildet und tragen einen wesentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg ihres Betriebs bei.

Auch Unternehmen, die sich in Kurzarbeit befinden, können Lernende aufnehmen und nach Lehrabschluss vorbehaltslos weiterbeschäftigen.

Im Rahmen der Massnahmen zur Stabilisierung des Lehrstellenmarkts und der Sensibilisierung für die Bedeutung der Berufsbildung, hat die, im Mai 2020 vom Bundesrat eingesetzte, Task Force «Perspektive Berufslehre 2020» eine «Berufsbildungs-Challenge» namens PROLEHRSTELLEN lanciert. Mit dieser Initiative will sie Betriebe, die sich für die Berufsbildung engagieren, sichtbar machen.

Je mehr Ausbildungsbetriebe sich daran beteiligen, desto grösser der Erfolg. Denn Vorbilder helfen mit, auch weitere Betriebe von der Berufsbildung zu überzeugen. Zudem sind sie als «Botschafter» wichtig, um die Jugendlichen und Eltern für die Berufsbildung zu gewinnen.

 

Autorin dieses Textes: Nicole Meier, Ressortleiterin Bildung beim Schweizerischen Arbeitgeberverband

Nicole Meier ist Ressortleiterin Bildung beim Schweizerischen Arbeitgeberverband. Wichtig ist ihr, dass der Berufswahlprozess auch während der Corona-Pandemie aufrecht erhalten bleibt.

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