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Mediation statt Lehrabbruch

Die Zahl der Lehrabbrüche ist frappant und die Gründe sind vielschichtig. Sowohl die Lernenden als auch die Lehrbetriebe tragen Verantwortung dafür. Entsprechend muss auch gemeinsam eine Lösung gefunden werden. Nicht mit einem Lehrabbruch, sondern mit einer stimmigen Fortführung der Lehre – dank Mediation.

Jeder vierte Lehrvertrag wird wieder aufgelöst. Die meisten bereits im ersten Jahr, wie eine Studie des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung zeigt. Auch im Kanton St.Gallen zeigt sich dasselbe Bild: Laut einer Auswertung des Kantons wurden im Jahr 2018 über 1500 Lehrverträge aufgelöst. 24,9 % der Befragten waren mit dem Beruf oder mit dem Lehrbetrieb nicht zufrieden. 11,4 % gaben Konflikte zwischen Lernenden und Ausbildungsbetrieb an. Das sind alarmierende Zahlen und legen dar, dass es nicht immer an der Motivation oder am Willen des Lernenden liegt. Sondern er fühlt sich womöglich nicht verstanden oder nicht gut aufgehoben im Betrieb, wird zu wenig gefördert oder geschätzt, das löst Frustrationen aus. Dranbleiben ist dann sehr schwierig für den Jugendlichen.

Vor dem Lehrabbruch: Externe Hilfe beanspruchen

Was helfen kann, ist das Mentoring-Programm z.B. «Job Caddie Schweiz» der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft. Es unterstützt Jugendliche, die Probleme in der Lehre haben und diese abbrechen wollen. Dies sogar kostenlos, unabhängig davon, ob der Lernende wenige Wochen oder einige Monate begleitet wird. Dank Job Caddie haben rund 75 % der jungen Erwachsenen eine berufliche Lösung gefunden. Auch Achi Brunnschweiler, dipl. Coach SCA, sieht die Probleme nicht nur seitens der Jugendlichen. «Oft höre ich von Berufsbildnern, dass die Begeisterung von den Lernenden kommen müsse. Meines Erachtens sind dies jedoch häufig nur Rechtfertigungen, um nichts dafür tun zu müssen. Dabei können wir die Lernenden sehr wohl motivieren und unterstützen». Wichtig sei, rechtzeitig zu handeln und nach Lösungen zu suchen, bevor der oder die Lernende die Lehre abbreche. Oft liesse sich dies nämlich verhindern, würde man einen Mediator beiziehen, so der Coach.

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