Lernende begleiten

Lernende betreuen: Mit Freiraum und Vertrauen zu Topleistungen

Die Lernwerkstatt der Abraxas Informatik AG traut den Lernenden viel zu und lässt sie völlig selbständig arbeiten. Mit Erfolg: Das junge Team entwickelt hervorragende Produkte für die Kunden. Als wertvoller Nebeneffekt wachsen hier auch noch qualifizierte Fachkräfte heran.

Die Lernwerkstatt der Abraxas Informatik AG hat für den Verein Triebwerk ein komplexes Tool entwickelt, um die jährlich über 3’000 Berufsbesichtigungen online zu koordinieren. Am Werk waren aber nicht etwa die «gestandene IT-Altprofis» des Unternehmens, sondern ein Team Lernender. Wie es dazu kam? Durch ein Konzept, das in dieser Form einzigartig ist in St. Gallen und Umgebung. Bei der Abraxas Informatik AG absolvieren die Lernenden ihre gesamte Lehrzeit im Team und arbeiten selbständig an Projekten, auch mit direktem Kundenkontakt. «In der Informatik muss man sich dauerhaft neues Wissen aneignen. Dies wird in der Lernwerkstatt von Beginn weg gefordert und gefördert», sagt der Ausbildungsverantwortliche Christoph Specht. Eine neue und erfolgreiche Art, Lernende zu betreuen und ihnen ein Gefühl für Führungsverantwortung und Teamarbeit zu vermitteln.

Lernende betreuen durch selbständiges Arbeiten mit bedarfsorientierter Unterstützung

Die Lernenden haben grundsätzlich die Freiheit zu entscheiden, wie sie ihre Projektziele erreichen und übernehmen die volle Verantwortung dafür. Das braucht viel Mut, doch in der Lernwerkstatt herrscht eine Reflexionskultur. Das bedeutet: «Wir lernen sehr viel aus Fehlern», so Specht. Gearbeitet wird nach der Projektmethodik Scrum: Der Berufsbildner nimmt an allen Meetings teil, in denen diskutiert und nach der besten Lösung gesucht wird. «Ich schätze diesen Teamzusammenhalt sehr», sagt der Lernende Livio Mauchle, der Teil des BBM-Projektes für den Verein Triebwerk war. Obendrein findet er die selbständige Arbeitsweise klasse. «Christoph hilft uns aber sehr, wenn wir auf Probleme stossen und sorgt dafür, dass das Wissen im Team weitergegeben wird», so Livio. Der junge Lernende bekam ausreichend Zeit, um sich ins BBM-Projekt einzuarbeiten. Unterstützung hatte der dabei vom ehemaligen Projektleiter Elias Keller. Einem Lehrling im 4. Lehrjahr. Lernende betreuen Lernende. Ein Konzept, das sich bewährt. Während der Einarbeitung folgten neue Anforderungen seitens des Vereins Triebwerk. «Diese konnte ich direkt nutzen, um mich mit dem Tool so richtig vertraut zu machen», erzählt Livio. Schon bald darauf stellten sich erste Erfolgsmomente für ihn ein.

Die Lernwerkstatt, die derzeit 11 Lernende beschäftigt, beweist, dass es nicht nur ein richtiges Vorgehen in der Betreuung von Lernenden gibt. Erfolgreich stellt sie seit Jahren unter Beweis, dass man den Lernenden viel zumuten kann und sie mit der nötigen Unterstützung motiviert und erfolgreich lernen. «Die Wertschätzung für ihre Arbeit ist mir wichtig. Wir sind ein Team und jeder trägt dazu bei», so Specht. Der Verein Triebwerk ist begeistert von dem BBM-Tool, das die junge Mannschaft entwickelt hat. Es erleichtert die Koordination und Organisation der Berufsbesichtigungen um ein Vielfaches. «Die Zusammenarbeit ist unkompliziert. Die junge Mannschaft geht auf unsere Bedürfnisse ein und man spürt ihre Motivation bei der Umsetzung dieses Projekts. Was dabei herausgekommen ist, ist wirklich grosse Klasse», so Priska Ziegler, die Geschäftsführerin des Vereins Triebwerk.

Drei Fragen an Livio Mauchle, Lernender Informatik, Lernwerkstatt der Abraxas

Inwieweit werden Sie von den Ausbildungsverantwortlichen unterstützt?
«Christoph Specht unterstützt sowohl das ganze Team, als auch jeden Lernenden individuell. Er plant den gezielten Aufbau der Workshops, bringt gute Übungen und stellt Bücher und Lernvideos für uns zusammen, damit wir unser Wissen stetig verbessern können. Bei Problemen ist er für uns da.»

Sie können in der Lernwerkstatt sehr selbständig arbeiten. Ist das toll oder eher belastend?
«Ich bin von dieser Arbeitsweise überzeugt. Sie hilft mir zu lernen, wie man eigenständig mit Schwierigkeiten und Problemen umgeht und sie auch löst. Trotzdem haben wir jederzeit eine Ansprechperson, wenn wir Hilfe brauchen.»

Was erwarten Sie von einem Lehrbetrieb, damit Sie sich gut aufgehoben fühlen?
«Für mich braucht es ein gutes Verhältnis zu meinen Teamkollegen und das nötige Vertrauen in meine Berufsbildner. Zudem finde ich es wichtig, an interessanten Projekten mitarbeiten zu können, um mich beruflich weiterzuentwickeln.»

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