Mentoring für Lernende und Berufsbildner, Lehrabbrüche verhindern

Lehrabbrüche durch Mentoring verhindern

Der Abschluss einer zertifizierten Ausbildung ist nicht nur ein wichtiger Schritt auf dem Weg ins Berufsleben, sondern auch ein, von vielen Jugendlichen sehnlichst erwartetes, Ereignis. Doch während bei der Unterzeichnung des Lehrvertrages noch alle Parteien positiv gestimmt sind, kann sich dieser Tatbestand schnell ins Gegenteil verkehren, wenn Probleme während der Lehrzeit auftreten. Um einem Lehrabbruch bzw. einer Lehrvertragsauflösung entgegen zu wirken, kann ein Mentoring und Coaching durch eine aussenstehende Person hilfreich sein.

Sie alle sitzen happy an einem Tisch: die zukünftigen Lernenden mit ihren Eltern, die Berufsbildner*in und die Lehrlingsverantwortlichen. Heute ist der grosse Moment – der Lehrvertrag wird unterzeichnet. Alle Parteien blicken erwartungsfroh in die Zukunft und freuen sich auf den gemeinsamen Weg. Das Wohlwollen und die Zuversicht sind gross.

Doch ein Jahr später kann bereits alles anders aussehen. Was passiert, wenn die Lernenden nicht richtig in Fahrt kommen? Schwierige Gespräche geführt werden müssen (oder müssten) und sich im schlimmsten Fall die Fronten verhärten?

Immer häufiger kommt es früher oder später zum Abbruch der Lehre. Die Schuld liegt meistens nicht allein beim Lernenden – aber auch nicht beim Lehrbetrieb. Eine Kombination aus Faktoren sorgt dafür, dass die Lernenden den Lehrvertrag auflösen und die Lehre in einem anderen Betrieb beenden bzw. die Lehre insgesamt abbrechen.

Das viel zu oft gezogene Fazit: Es hat am Ende einfach nicht funktioniert. Das hätte weder die ausbildende Partei, noch der Lernende verhindern können. Oder etwa doch?

 

Lehrabbrüche früh erkennen und verhindern

Interessanterweise rangieren die folgenden 3 Gründe bei verschiedenen Umfragen und Untersuchungen immer in den Top 5 der Gründe für eine Lehrvertragsauflösung bzw. einen Abbruch der Lehre:

  • Knatsch im Lehrbetrieb
  • Unterforderung
  • Überforderung

Probleme also, gegen die sowohl Sie als Berufsbildner*in, als auch der Lernende mit effizienter Kommunikation etwas tun können. Denn nicht nur für Sie und Ihren Lehrbetrieb ist ein Lehrabbruch ein zeitraubendes, teures und frustrierendes Ereignis. Eine Lehrvertragsauflösung ist auch für die Jugendlichen sehr belastend. Neben dem Gefühl versagt zu haben, stehen sie vor der Unsicherheit, wie es zukünftig weitergehen soll.

 

Anlässe für den Abbruch der Lehre

Aber wie kann es überhaupt soweit kommen? Achi Brunnschweiler ist erfahrener Coach, betrieblicher Mentor und Berufsbildner. Er führt diese Probleme auf folgende Umstände zurück:

Es gelingt nicht,

  • Missverständnisse zu erkennen und auszuräumen.
  • ein gemeinsames Verständnis für die gegenseitigen Erwartungen aufzubauen.
  • Eindrücke, Belastungen und Gefühle so wahrnehmen und ausdrücken zu können, dass eine Veränderung bewirkt werden kann.

Seiner Meinung nach gibt es aber dennoch Anlass zur Freude. Denn: ein gelungenes Gespräch kann Wunder bewirken. Wenn Sie als Berufsbildner*in aktiv auf Ihre Lernenden eingehen und versuchen die Probleme, Sorgen und Nöte der Jugendlichen zu verstehen, schaffen Sie die beste Grundlage für die Lösung dieser Probleme.

In einem offenen Gespräch gelingt es Ihnen auch besser, den Jugendlichen Ihre Sicht der Dinge zu vermitteln. Dieses gegenseitige Verständnis ist häufig der Startschuss für ermutigende Schritte hin zu einer erfolgreichen Fortführung des Lehrverhältnisses.

 

Mentoring kann strapazierte Beziehungen wieder stärken

Doch was können Sie tun, wenn die Beziehung zwischen Ihnen und Ihren Lernenden bereits in Schieflage geraten ist? Oftmals hilft es enorm, eine externe, neutrale Person zu Rate zu ziehen. Da solche Gespräche Grundzüge einer Mediation enthalten, ist es ratsam, diese Person sorgfältig auszuwählen.

Achi Brunnschweilers Erfahrung zeigt, dass aus solchen Gesprächen drei gewinnbringende Wege entspringen können:

 

Nach dem Gespräch zwischen Berufsbildner*in und Lernenden läuft es auf einmal wieder rund

Erstaunlicherweise reichen häufig bereits wenige Aussprachen, damit sich die Beziehung positiv entwickelt. Alle Beteiligten sind nach dem Lösen des gordischen Knotens in der Lage das Lehrstellenverhältnis positiv zu gestalten und in weiteren Gesprächen eine bessere Verständigung zu erreichen.

 

Ihre Lernenden erhalten Hilfe

Möglicherweise erkennen die Beteiligten im Verlaufe des Gespräches ein Defizit auf Seiten der Jugendlichen, das durch gezielte Hilfestellungen angegangen werden kann (Mentoring, Lernhilfe, psychologische Hilfe usw.).

 

Sie als Berufsbildner*in machen ein Upgrade

Um allen Anforderungen zu genügen, müssten Berufsbildner*innen «eierlegende Wollmilchsäue» sein. Die Funktion als Berufsbildner*in ist meist nur ein «Nebenjob». Nebst dem berufsspezifischen Geschick und der Erledigung der eigenen Aufträge, müssen Sie dieses Geschick auch als Erwachsenenbildner weitergeben können. Sie sind Mentor*in, Bezugsperson, Lebenshilfe, Lehrer*in, Leiter*in, Beschützer*in, Menschenkenner*in, Jugendversteher*in, Seelsorger*in und noch so vieles mehr. Oftmals merken Sie darüber gar nicht, dass es Ihnen nicht nur an Zeit fehlt, um den Lernenden gewinnbringend zur Seite zu stehen, sondern es Ihnen auch an Werkzeugen für eine derart vielseitige Aufgabe mangelt. Und das ist ganz normal.

Achi Brunnschweiler erlebt in seiner Coachingtätigkeit immer wieder, wie sich Berufsbildner*innen in kürzester Zeit neu für ihre Tätigkeit begeistern, weil sie eine Druckstelle erkannt haben und diese lösen konnten.

 

Fazit: Lehrverhältnisse lassen sich aktiv verbessern

Das Lehrverhältnis lässt sich auch in schwierigen Zeiten aktiv verbessern. Beim Wiederbeleben eines Lehrverhältnisses gibt es aber definitiv bessere Wege, als abzuwarten, bis der unausweichliche Lehrstellenabbruch kommt. Ein Gespräch, das von einer auswertigen, professionell ausgebildeten Person moderiert wird, kann die Wende bringen.

Das Coaching von Berufsbildner*innen und das Mentoring für die Lernenden haben auch heute noch eine massiv unterschätze Wirkung. Dabei können die Auswirkungen enorm sein und das investierte Geld ist gut angelegt. Denn wenn Sie es schaffen, auch nur jeden zweiten Lehrstellenabbruch bzw. jede zweite Lehrvertragsauflösung zu verhindern, sparen Sie nicht nur Ihrem Betrieb bares Geld, sondern geben vor allen Dingen einem Jugendlichen eine weitere Chance, die Begeisterung für den Beruf zu finden, die Sie bereits haben.

Doch nicht nur in schwierigen Phasen sind Coachings und Mentoring-Programme sinnvoll. Kaum ein Job ist so vielseitig und so anspruchsvoll, wie der des Berufsbildners. Um sowohl für den Betrieb, als auch in der Betreuung der Lernenden stets Höchstleistungen bringen zu können, müssen Berufsbildner*innen deswegen regelmäßig ihre eigene Leistung überprüfen und frische Impulse erhalten. Ein Coaching oder Mentoring kann dabei unglaublich hilfreich sein.

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