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Konkrete Massnahmen für die Anerkennung von Berufsbildnern

Eine Studie des EHB hat aufgezeigt: Berufsbildner werden noch lange nicht ausreichend gewürdigt wie sie es verdient hätten. Diese Tatsache will das EHB ändern und hat konkrete Massnahmen definiert, damit Berufsbildnerinnen und Berufsbildner mehr Anerkennung für ihre Aufgabe bekommen.

Es ist unbestritten, wir haben in der Schweiz ein erfolgreiches duales Ausbildungssystem, das von allen Seiten eine hohe Anerkennung geniesst. Wirtschaft, Politik und viele Eltern sind überzeugt: Wer eine Lehre macht, hat gute Zukunftschancen, auch in einer sich rasant veränderten Berufswelt. In diesem System besetzen die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner eine zentrale Schlüsselposition, leider wird ihre Arbeit und Verantwortung nicht ausreichend gewürdigt. Das soll sich laut dem Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung EHB ändern.

In einer Studie nimmt die EHB die mangelnde Sichtbarkeit dieser Funktion unter die Lupe und geht der Frage nach, warum Berufsbildnerinnen und Berufsbildner im Betrieb junge Leute ausbilden wollen. Daneben wird ihr Alltag im Spannungsfeld zwischen Produktion und Ausbildung beschrieben. Zuletzt wird untersucht, wie die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner ihre Ausbildungsfunktion in den Betrieben ausüben. Aufgrund der Ergebnisse wird deutlich, wie gering die Wertschätzung für ihre Verantwortung ausfällt. Deshalb schlägt die EHB konkrete Massnahmen vor, um die Bedingungen für die Ausbildungsverantwortlichen zu verbessern:

Förderung der Zusammenarbeit
• Austausch zwischen Berufsbildner/innen im Betrieb und zwischen den Betrieben
• Schnittstelle Schule/Betrieb und Zusammenarbeit Lehrpersonen/Berufsbildnerinnen
• Information über verfügbares Netzwerk (Berufsbildungssystem, Übergangsstrukturen)

Festlegung der Verantwortungsbereiche
• Formalisierung von Rollen und Aufgaben (Kompetenzraster) im Rahmen der Vorschriften
• Festigung der Funktion (Aufgabenheft, Stellenprofil, Reglement)

Hilfestellung zur Bewältigung der Herausforderungen
• Unterstützung bei Veränderungen in der Branche (Innovation, neue Berufe, Digitalisierung)
• Bereitstellen von Hilfsmitteln für den Übergang
• Unterstützung und Betreuung am Arbeitsplatz (Inhalte, Aufgaben, Bewältigung, schwierige Situationen)

Anerkennung der Position
• Gute Arbeitsbedingungen (Raum, Entlastung, Status, Prämie)
• Sichtbarkeit der Funktion im Betrieb (Titel, Karriere fördern)

Förderung der Aus- und Weiterbildung
• Gutes und variables Ausbildungsangebot zur Vorbereitung auf die Funktion
• Breiter Zugang zu fachlichen und pädagogischen Weiterbildungen

Die vom Forscherteam formulierten Massnahmen decken sich weitgehend mit unseren Beobachtungen in der täglichen Arbeit mit Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern. Sie engagieren sich mit «Herzblut» für die Ausbildung junger Leute. Neben der fachlichen Ausbildung haben sie einen grossen Anteil an der beruflichen Sozialisation der Lernenden. Sie begleiten junge Menschen ins Erwachsenenleben und führen sie in die Welt der Arbeit ein. Dabei stehen oft übergreifende Kompetenzen im Mittelpunkt, die von den Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern vermittelt werden müssen. Mit ihrer Aufgabe leisten sie einen wesentlichen Beitrag für einen Arbeitsmarkt, der auf engagierte und fähige Berufsfachleute angewiesen ist.

Umso wichtiger sind die konkreten Massnahmen des Forschungsberichtes der EHB, damit die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner endlich zu mehr Anerkennung gelangen. Denn diese haben sie sich mehr als verdient.

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