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Hilfe, unsere lernende Person ist onlinesüchtig!

Das Internet hat die Jugendlichen fest im Griff. An und für sich ist das nichts Schlimmes. Es sei denn, die Nutzung wird zur «Onlinesucht» und der Lehralltag leidet darunter. Dann sollte der Berufsbildner handeln. Sucht Schweiz und berufsbildung.ch liefern wertvolle Tipps dazu.

Die Internetnutzung hat in den letzten Jahren massiv zugenommen, insbesondere bei den Jugendlichen. Laut Bundesamt für Statistik besitzen 99% der 12- bis 19-Jährigen ein Handy und 76% einen eigenen Computer. 94% dieser Altersgruppe sind auf mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet, z.B. Facebook, Instagram oder Snapchat (Stand 2016). Sie sind ständig damit beschäftigt, sich zu informieren, mit anderen zu kommunizieren oder um sich unterhalten zu lassen. Diese intensive Nutzung geschieht beim einen oder anderen auch am Arbeitsplatz. Sehr zum Leidwesen des Lehrbetriebs. Und so fragt sich der Berufsbildner: Ist mein Lernender onlinesüchtig? Wie gehe ich damit um?

«Zu den Anzeichen einer symptomatischen respektive problematischen Internetnutzung gehören u.a. der Kontrollverlust über die Nutzung, Entzugserscheinungen oder die Fortführung der Nutzung trotz negativer Konsequenzen», heisst es bei der Stiftung Sucht Schweiz. Die jüngeren Alterskategorien seien davon besonders betroffen. Noch gebe es für die «Onlinesucht» keine allgemein anerkannte Definition. Sucht Schweiz benutzt daher den Begriff «problematische Nutzung des Internets». Risikofaktoren seien eine dysfunktionale Familie, wenig oder keine Überwachung durch die Eltern und der Druck unter Freunden.

Bei Berufsbildung.ch ist man sensibilisiert für die Suchtproblematik bei Lernenden. Sie weisen aber darauf hin, nicht zu vorschnell zu urteilen, sondern den Lernenden über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Man solle die betroffene Person erst dann damit konfrontieren, wenn man sich ein klares Bild von der Situation gemacht habe. Das heisst, Berufsbildner sollen das Verhalten beobachten, Auffälligkeiten verfolgen und unerwünschte Vorkommnisse schriftlich festhalten. Auffälligkeiten können Leistungsabfall, Unkonzentriertheit, Unzuverlässigkeit oder auch Gedächtnislücken sein. Kommt es zu Verhaltensproblemen aufgrund der Internetnutzung, empfiehlt berufsbildung.ch, mit der lernenden Person das Gespräch zu suchen, gemeinsam das Problem zu definieren und konkrete Ziele festzulegen. Verbessert sich die Situation nicht, muss das weitere Umfeld einbezogen werden: Vorgesetzte, Eltern oder das Berufsbildungsamt. Ratsam sei zudem, sich regelmässig mit der betroffenen Person zu treffen, um gemeinsam die Entwicklung zu beurteilen. Erst, wenn sich herausstellt, dass die lernende Person weder die Ziele der beruflichen Grundbildung erreichen kann noch ihr Suchtverhalten in den Griff bekommt, müssen Konsequenzen gezogen werden.

Merkblatt Sucht
berufsbildung.ch hat ein Merkblatt erstellt mit wertvollen Tipps im Umgang mit suchtgefährdeten Lernenden.

Weitere Links zu diesem Thema:

www.suchtschweiz.ch
Unabhängige Stiftung für Prävention, Hilfe, Forschung.
www.tschau.ch
Beratung und Jugendinformation zu verschiedenen Themen, initiiert von der Gesundheitsförderung Schweiz.
www.feel-ok.ch
Informationen rund um Jugendthemen und Suchtmitteln.

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