Auslandsaufethalt für Lernende, Berufsbildnerblog

Formalitäten bei einem Auslandeinsatz

Bei der Bühler Group sind seit 2008 schon über 150 Lernende ins Ausland entsandt worden, wo sie jeweils zu 100% an einem Bühler Standort arbeiten. Die Dauer liegt zwischen einem und sechs Monaten. Im Vorfeld gilt es einige rechtliche Angelegenheiten zu beachten.

Auslandeinsätze erweitern den Horizont der Lernenden. Sie kommen in Kontakt mit anderen Mentalitäten und Kulturen, lernen eine Fremdsprache und werden selbständiger. Damit die Lernenden guten Gewissens und sicher ins Ausland entsandt werden können, bedarf es ein paar wichtige Dinge zu berücksichtigen.

Die Formalitäten
Grundsätzlich würde es nebst dem Lehrvertrag keine spezielle Vereinbarung benötigen. Wir stellen jedoch immer eine Vereinbarung zwischen dem Lernenden/den Eltern und dem Unternehmen aus. Darin regeln wir unter anderem folgende Themen: Verhalten vor Ort, Aufgaben der Ansprechpersonen vor Ort, Visa, Unterkunft und Verpflegung, Reise- und Freizeitaktivitäten, Versicherungen und Krankenkasse, Arbeitsprozess, Arbeitszeiten und Freitage, Spesen, Drogen und Prostitution, Alkohol, Arbeitssicherheit, Medikamente, Impfungen, Trinkwasser, Verhalten im Notfall, Sprachkurs, Berichterstattung etc. Teilweise müssen wir für das Visum einen «Delegationsvertrag» beilegen.

Nationalität der Lernenden
Nicht jede Nation kann überall ein Visum beantragen, wie zum Beispiel ein Iraner in den USA. Es kommt ganz auf die Nationalität des Lernenden und das entsandte Land an. Dies gilt es im Vorfeld abzuklären.

Anträge, Abklärungen und Bestätigungen
Im Vorfeld müssen folgende Anträge ausgestellt, Abklärungen getroffen werden:
– Arbeitsvisa
– Sozialversicherungsweiterführung
– Die Eltern müssen bei der Krankenkasse abklären, ob der Lernende weiterhin versichert ist
– Dispensgesuche in der Berufsfachschule/BMS einreichen
– Bestätigungen der Flüge
– Bestätigungen der Unterkünfte (bei Gastfamilie, beglaubigte Kopien der Pässe der Gastfamilien, Auszug aus der Hypothek etc.)
– Abklären, ob die Lernenden in den Ländern steuerpflichtig sind
– Impfungen, Strafregisterauszüge, Geburtsurkunden, Wohnsitzbestätigungen, evt. Internationaler Führerschein etc.
– In Brasilien: Bestätigung der Übertragung der gesetzlichen Vertretung auf einen Kollegen, wenn jemand nicht 18 Jahre alt ist

Verantwortlich für die Schriftlichkeiten
Unsere Niederlassungen im Ausland helfen teilweise bei den Visa (z.B. USA und Südafrika), sie müssen auch das «Invitation Letter» ausstellen, falls dies in gewissen Ländern für das Arbeitsvisum nötig ist. Ausserdem kümmern sie sich um die Unterkunft und den Transport. Alles andere wird von uns hier in der Schweiz übernommen.

Zollvorschriften
Am Zoll muss immer beachtet werden, dass man sich als «Trainee» beschreibt, da im Ausland die Lehre zu unbekannt ist. Wir erhalten zwar Arbeitsvisa, diese sind aber meistens für ein sogenanntes Praktikum ausgestellt, da unsere Lehre eine Mischform aus Praktikum und Arbeit ist.

Art der Auslandaufenthaltsbewilligung
Ausser in gewissen EG/EFTA Staaten brauchen wir IMMER UND ÜBERALL ein Arbeitsvisum!!!

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