Motivation: Erfolgsfaktoren Zielsetzung und Selbstbestimmung

Die Lehre ist der erste Schritt in Richtung Berufsleben für die Lernenden. Aber nicht alle sind mit gleicher und vor allen Dingen gleichbleibender Motivation bei der Sache. Dabei ist die Motivation Ihrer Lernenden absolut ausschlaggebend für ihren Erfolg. Sie als Berufsbildner*in wissen besser als jeder andere: Wer gute Ergebnisse erreichen will, der muss motiviert sein und sich mit Beruf und Unternehmen identifizieren. Wie Sie es schaffen, Ihre Lernenden langfristig bei der Stange zu halten erläutert Expertin Sunita Pribil-Grünenfelder anhand der Selbstbestimmungs- und Zielsetzungstheorie.

Selbstbestimmungstheorie: Motivierte Lernende durch Selbstbestimmung

Um effektiv Lernen zu können, benötigt es vor allen Dingen Eines: intrinsische Motivation. Sie als Berufsbildner*in können Ihren Lernenden zwar immer wieder äußere Anreize für eine bessere Leistung bieten, doch diese funktionieren nur für eine sehr begrenzte Zeit. Damit Ihre Lernenden nachhaltig motiviert sind und dementsprechend gute Leistungen erbringen können, ist es notwendig, dass sie sich selbst motivieren. Eine Aufgabe oder Handlung im ihrer selbst willen ausführen und nicht, weil es von ihnen verlangt wird. Stimmt das Handeln mit den eigenen Werten überein und handeln die Lernenden um seiner selbst willen, führt das zu positiven Effekten, wie zum Beispiel zu einem hohen Wohlbefinden.

Die Selbstbestimmungstheorie geht davon aus, dass Lernende wesentlich stärker intrinsisch motiviert sind, wenn sie während der Ausbildung sehr selbstbestimmt agieren dürfen. Sind die Lernenden neugierig, lustvoll und interessiert, sind sie intrinsisch motiviert

Die Selbstbestimmungstheorie beschreibt drei Grundmotive. Diese sind die Autonomie, die Kompetenz und die soziale Verbundenheit.

 

3 Tipps, wie Sie das Gefühl von Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit bei Lernenden erzeugen

 

«Ich kann selbst bestimmen!»

Tipp 1 zur Autonomie

Dem*der Lernenden soll das Gefühl gegeben werden, dass er*sie das eigene Handeln selbst in der Hand hat und sich frei von äusseren Zwängen fühlen kann. Menschen im Allgemeinen streben danach Kontrolle über das eigene Handeln zu haben. Ein hoher Grad an Selbstbestimmtheit führt zu mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden und einer höheren Identifikation mit der Aufgabe. Wie viel Autonomie den Lernenden übertragen werden kann, ist natürlich abhängig vom jeweiligen Ausbildungsstand.

«Ich kann das schaffen!»

Tipp 2 zur Kompetenz

Geben Sie Ihren Lernenden das Gefühl, dass sie es schaffen können. Die Lernenden fühlen sich insbesondere dann kompetent, wenn sie das Gefühl haben, den Aufgaben gerecht zu werden und ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erweitern zu können. Die Lernenden sollten die Anforderungen gut bewältigen können. Haben die Lernenden das Gefühl, dass sie erfolgreich sind, führt dies zu einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung. So gelingt es ihnen auch schwierige Aufgaben zu bewältigen.

 

«Ich gehöre dazu!»

Tipp 3 zur Verbundenheit/ sozialen Anerkennung/ Eingebundenheit

Integrieren Sie die Lernenden in das Team und den Lehrbetrieb. Die Lernenden möchten dazu gehören, sich mit ihrem Team verbunden fühlen und sich im Kontext mit anderen erleben. Die soziale Eingebundenheit beeinflusst die Planung und Umsetzung der eigenen Handlungen.

Sind diese drei Grundmotive erfüllt, führt dies zur intrinsischen Motivation bei den Lernenden.

Zielsetzungstheorie: Durch Zielsetzung und Fokus zum Erfolg

Bewusste Entscheidungen erklären die Motivation. Lernende mit höheren Zielen erzielen bessere Leistungen. Aber warum ist das so?

Ein Ziel fokussiert die Aufmerksamkeit auf das gewünschte Verhalten. Ausformulierte Ziele fördern die Begeisterung und die Energie etwas zu erreichen und erhöhen die Ausdauer an der Sache dran zu bleiben. Wie Sie das Ganze für die Betreuung und Motivation Ihrer Lernenden nutzen können?

 

Tipp 1: Formulieren Sie gemeinsam mit ihnen Ziele für den Monat/ das Quartal/ das Halbjahr

Bereits die Zielformulierung erzeugt einen Spannungszustand und aktiviert zum Handeln. Setzten sich die Lernenden Ziele, steigt nicht nur ihre Motivation, sondern auch ihre Produktivität. auch ihr Engagement steigt dadurch deutlich. Dabei sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie die Ziele nach der SMART-Methode formulieren. Damit sind wir auch bereits beim zweiten Tipp zur Zielsetzung.

 

Tipp 2: Formulieren Sie die Ziele nach SMART

(S=Spezifisch, M=Messbar, A= attraktiv, R= realistisch und T= terminiert)

Ein Beispiel:  Ein Lernender setzt sich folgendes Ziel: «Ich möchte bis zum 20.05.21 (terminiert) die Blutentnahme (spezifisch) nach den gelernten Inhalten aus Schule und dem Skillsunterricht (realistisch) korrekt(attraktiv) durchführen.

Wieso? Weil die Qualität der Ziele massgeblichen Einfluss auf die daraus entstehende Motivation hat. Nur realistische Ziele wirken motivierend. Sind die Ziele unrealistisch formuliert, bewirken sie Frustration. Das sollten Sie unbedingt vermeiden.

 

Tipp 3: Evaluieren Sie die Ziele mit den Lernenden

Es ist wichtig, die Ziele fortlaufend mit den Lernenden zu evaluieren und ihnen ein Feedback zu geben, ob sie auf dem richtigen Weg sind, das Ziel zu erreichen. Die Ziele können bei Bedarf angepasst oder erneuert werden.

 

Fazit

Die Lernenden wollen sich mit Ihnen und Ihrem Unternehmen verbunden fühlen, eine Autonomie entwickeln und kompetent sein. Durch eine korrekte Zielsetzung, bleiben Ihre Lernenden motiviert und leistungsfähig.

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