Newsletter abonnieren


Befragung zur Ausbildungsqualität

7 Gründe, wieso es sich lohnt Ihre Berufsbildung mit einer Befragung zu überprüfen

Befragungen sind beliebte Verfahrensweisen, wenn es um die systematische Erhebung von Meinungen, Einstellungen und Befinden geht. Zu wissen, wo der Schuh drückt, gibt wichtige Hinweise zur gezielten Optimierung der Ausbildungsqualität. 

Im Berufsalltag sind vor allem Mitarbeitenden-Befragungen bekannt, bei welchen jedoch Lernende und auch Berufsbildende oft ganz – oder durch nicht zielgruppengerechte Fragen – ausgeschlossen werden. Doch die Ergebnisse sind nur dann aussagekräftig, wenn die Fragen für die Zielgruppe relevant und auf diese zugeschnitten sind. Mit einer Befragung lassen sich neue Erkenntnisse gewinnen und vergleichen und Einschätzungen treffen. Es ist eine Methode, die als Hilfsmittel dient um rationale Entscheide zu treffen und Prioritäten optimal zu setzen. Befragungen sind also ein idealer Ausgangspunkt um gezielt Optimierungen und Massnahmen zu ergreifen.

 

Wann lohnt sich eine Befragung von Lernenden oder Berufsbildenden

Mit einer Befragung in einem Lehrbetrieb können verschiedene Ziele verfolgt werden. Sie sind insbesondere dann einzusetzen, wenn:

  1. Systematisch und wiederkehrend die Effizienz und Qualität der betrieblichen Bildung gemessen werden soll. Besonders dann, wenn die Befragung Teil einer regelmässigen Qualitätsprüfung und -optimierung ist.
  2. Eine gezielte und stetige Optimierung der Ausbildung angestrebt wird. Damit Stärken gefördert und Schwachstellen erkannt und beseitigt werden können.
  3. Vergleiche angestrebt werden. Dies können Vergleiche zwischen verschiedenen Ausbildungsstartorten, Lehrberufen, Lehrjahren, etc. sein aber auch eine Gegenüberstellung zur Vorjahresbefragung. Wenn mit einem externen Anbieter gearbeitet wird, sind auch Vergleiche mit anderen Ausbildungsbetrieben möglich, zum Beispiel anhand von Benchmarkdaten. Damit lassen sich Entwicklungen und Tendenzen klarer erkennen.
  4. Die Meinung von allen Lernenden und Berufsbildenden abgeholt werden soll. Insbesondere, wenn ein Lehrbetrieb etwas grösser ist und mehrere Lernende und Berufsbildende beschäftigt.
  5. Annahmen geprüft und schwarz auf weiss belegt oder widerlegt werden sollen. Mit Zahlen und Fakten kann klar aufgezeigt werden, wie gut die Lehre im Ausbildungsbetrieb ist. Sie erleichtern zudem die Argumentation gegenüber Entscheidungsträgern. Intern, wenn es um die Bereitstellung von Ressourcen und Budget geht. Extern, um sich mit den Resultaten glaubwürdig als guter Lehrbetrieb darzustellen
  6. Ehrliche und offene Antworten angestrebt werden. Durch die Befragung kann die Anonymität gesichert und eingehalten werden. Gefördert wird dies zudem, wenn die Befragung nicht intern, sondern durch einen externen Partner durchgeführt wird.
  7. Wenig zeitliche und finanzielle Ressourcen vorhanden sind. Befragungen zählen zu den kostengünstigeren und weniger aufwändigen Analysen.

Befragungsergebnisse richtig nutzen

Befragungen entfalten aber erst dann ihren vollen Nutzen, wenn aus dem gewonnenen Wissen die richtigen Schlüsse gezogen, zielgerichtet kommuniziert und Handlungsmassnahmen abgeleitet und umgesetzt werden. Erst so entstehen erlebbare und nachhaltige Verbesserungen. Es können grob vier Bereiche unterschieden werden, welche nach einer Befragung sinnvollerweise bearbeitet werden.

 

Erste Sichtung der Ergebnisse

Als erstes ist eine Sichtung der Ergebnisse angezeigt. Bei einer externen Durchführung erhält die Ansprechperson im Lehrbetrieb einen detaillierten Ergebnisbericht. Dabei ist es wichtig, dass man versteht, wie der Bericht aufgebaut und die Resultate dargestellt sind, damit man später die richtigen Schlüsse daraus ziehen kann. Es ist zu empfehlen, sich den Bericht vom Anbieter erklären zu lassen.

 

Die Ergebnisse kommunizieren

Als nächstes steht die interne und externe Kommunikation der Resultate an. Intern ist es wichtig einen Zeitplan zu erstellen und zu entscheiden, wer welche Informationen wann erhält. So wird oftmals zuerst die Geschäftsleitung informiert, bevor die Resultate an die Lernenden und Berufsbildenden weitergegeben werden. Weiter gilt es sich zu überlegen, wie die Informationen verteilt werden. Dies kann via E-Mail, Intranet oder auch mit einem Aushang sein. Wie bei der Kommunikation vorgegangen wird ist zumeist abhängig von der Betriebsgrösse und -struktur.

Bei der externen Verbreitung der Ergebnisse sollte man sich ebenfalls zuerst überlegen, was das Ziel davon ist. Die Resultate können beispielsweise auf Stelleninseraten oder auf der Webseite verwendet werden, um zu zeigen, wie zufrieden aktuelle Lernende sind und damit interessierte Schüler*innen und Eltern ansprechen. Bei der externen Kommunikation ist es wichtig, dies mit der verantwortlichen Person für Marketing und Kommunikation im Betrieb zu besprechen.

 

Schwerpunkte und Massnahmen definieren

Als weitere Schritt ist die vertiefte Auseinandersetzung mit den Resultaten wichtig. Bei dieser werden optimalerweise auch Lernende und Berufsbildende involviert. Zumeist findet dies im Rahmen eines Workshops statt, bei dem Ergebnisse interpretiert, Schwerpunkte gesetzt und Massnahmen identifiziert werden.

 

Massnahmen planen und umsetzen

Als nächstes sollten sich die Lehrbetriebe um die Planung und Umsetzung der Massnahmen kümmern. Mit klaren Zielen und Terminplan, steht einer erfolgreichen Optimierung der Ausbildungssituation nichts im Wege, so dass die Befragung einen grossen Nutzen bringt. Bei der nächsten Befragung lassen sich dann wiederum Auswirkungen und Verbesserungen durch die Massnahmen prüfen und die Entwicklung aufzeigen.

Die Befragung wie auch die Nutzung der Ergebnisse, lassen sich gemeinsam mit externen Anbietern durchführen. Mögliche Partner dafür wurden im Blogbeitrag Ausbildungsqualität behandelt.

 

 

Autorin dieses Beitrages: Janine Brühwiler ist studierte Psychologin und erstellt und leitet seit über 7 Jahren fachlich und methodisch fundierte Befragungen in und für Unternehmen, sowie insbesondere Lehrbetriebe. Sie arbeitet überwiegend mit Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen, Berufsbildungsforen und Verbänden zusammen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Datenschutz
, Inhaber: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
, Inhaber: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.