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Bauberufe erleben, Bau und Action Tage

Bauberufe hautnah erleben: Die Bau & Action Tage des Baumeisterverbands ZH/SH

In Krisen kann man jammern oder nach Chancen suchen. Genau dies hat der Baumeisterverband ZH/SH (BZS) getan, nachdem im November 2020 die Berufsmesse Zürich abgesagt worden war. Der BZS wollte den Jugendlichen im Berufswahlprozess dennoch die Möglichkeit geben, die Bauberufe im Rahmen eines Schnuppertages kennenzulernen und ihnen die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen im Bauhauptgewerbe aufzeigen.

 

 

Absage der Berufsmesse, was nun?

Eine Arbeitsgruppe von Fachinstruktoren und Bauunternehmern setzten sich kurz nach Absage der Berufsmesse zusammen und skizzierten die Idee: An einem Tag sollen Schülerinnen und Schüler im Berufswahlprozess praktische Einblicke in die Bauberufe erhalten.

 

Ein Rundlauf mit 10 Posten wurde entwickelt, die Aufgaben verteilt und somit konnte das Anmeldeverfahren losgehen. Sämtliche Schulhäuser des Kantons Zürich erhielten Post vom BZS in Form eines Werbeplakats mit QR-Code für die Anmeldung. Die Nachfrage unter die Schülerinnen und Schülern war gross. Innerhalb von nur  zwei Wochen waren die Plätze restlos ausgebucht.

 

Die Schnuppertage: Mit Struktur zum Erfolg

PerBustransport wurden die Jugendlichen bezirksweise ins Ausbildungszentrum nach Effretikon gebracht. Dort gab es nach der Begrüssung und einem kurzweiligen Informationsfilm eine Einteilung in 2er- und 3er-Gruppen. Dann ging es an den ersten Posten.

Betreut wurden diese Posten meist durch Lernende von Mitgliedfirmen, welche sehr nahe an den interessieren Jugendlichen sind und sie deswegen bestens abholen konnten. Auch die Besucher zeigten durchwegs grosses Interesse an den Bauberufen und konfrontierten die Lernenden mit spontanen Fragen zur Arbeit, zum Beruf und auch zum Leben.

Einmal mehr zeigte sich, dass diese Begegnungen auf Augenhöhe etwas sehr Wertvolles und wohl die beste Berufswerbung sind.

 

10 Posten zum Kennenlernen der Bauberufe

Folgende Posten mussten absolviert werden: Mauern, Vermessen, Werkleitungen verlegen, Bewehrung, Schalungen, Überzug anbringen, Pflästerung, Abbruch, Bagger und Ramax fahren und bedienen. Durch die Vielfalt and Vielseitigkeit der Posten gab es für die Jugendlichen absolut keine Zeit für Langeweile. Selber anpacken war gefragt.

Dementsprechend willkommen war den jungen Leuten die kräftigende Mittagsverpflegung aus der Küche des Ausbildungszentrums. Am Nachmittag ging es in die zweite Runde, bevor zum Abschluss noch Unternehmerinformationen aus den jeweiligen Bezirken abgegeben wurden und der Kurstag mit den Besuchern zusammen evaluiert wurde. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv, gut bis sehr gut. Ein erfreuliches Ergebnis für den Baumeisterverband und die Jugendlichen selbst.

Positives Feedback für Veranstalter

Insgesamt haben an 5 Tagen über 100 Jugendliche die Chance genutzt das Handwerk und die Bauberufe besser kennenzulernen.

Auch die Postenbetreuer haben durchweg positives Feedback zum Interesse und Verhalten der Jugendlichen abgegeben – eine echte Win-Win-Situation, die alle Beteiligten zurecht stolz macht Was den BZS besonders erfreut und bestärkt hat, waren die positiven und absolut freiwilligen Feedbacks von Lehrpersonen und Eltern an den Tagen nach der Veranstaltung.

 

Berufswerbung gelingt – auch ohne Messebesuche

Würde es Corona nicht geben, wäre eine solch dynamische Woche wohl kaum entstanden. Und was bedeutet das für die Zukunft? Der BZS konnte erkennen, dass man in der Berufswerbung auch andere Wege, als den des Messebesuchs gehen kann.

In den nächsten Jahren wird der BZS deswegen nicht mehr rein auf die Messebesuche setzen, sondern denkt hat eine Kombination mehrerer Maßnahmen im Sinn. Der direkte Kontakt mit den Jugendlichen soll erhalten bleiben, denn er bietet eine einmalige Gelegenheit die Attraktivität der Branche noch weiter bekannt zu machen. Der Wunsch des Verbandes? Dass die Mühen mit zahlreichen und qualitativ guten Lehrstellenbesetzung belohnt werden. Der Aufwand ist es durchaus wert!

Doch damit nicht genug. Zukünftig will der BZS vermehrt auf die Jugendlichen zugehen, sie abholen, ernst nehmen und ihnen auf Augenhöhe begegnen, was die Arbeiten anbelangt. Der Verband will zukünftig die Mitgliederfirmen animieren, ebenfalls durch die persönliche Präsenz an solchen Tagen ihr Interesse an der neuen Generation von künftigen Lernenden zu zeigen. Schließlich entsteht im persönlichen Kontakt eine Beziehung und wir alle wissen, dass ohne Beziehung keine Erziehung und Ausbildung erfolgreich erfolgen kann.

 

 

Autor dieses Beitrages: Gerhard Meyer, ehemaliger Sekundarlehrer und Schulleiter, heute Geschäftsführer Baumeisterverband ZH/SH und Ausbildner von Berufsbildner*innen

Mehr Informationen finden Sie hier:

https://www.telez.ch/tele-z-aktuell-beitrag-15-03-2021-b3_23896/https://bau-action.ch/

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