Lernende rekrutieren Berufsbesichtigung

5 Tipps um Lernende bei Berufsbesichtigungen zu gewinnen

Eine Berufsbesichtigung ist grundsätzlich ein Ereignis, auf das sich Oberstufenschüler/innen freuen. Der Unterricht findet nicht im üblichen Rahmen und ausserhalb des Klassenzimmers statt und auf dem Weg zur Berufsbesichtigung gibt es genug Zeit, um miteinander zu plaudern. Die positiven Aspekte überwiegen und man könnte meinen, man hat als Berufsbildner die besten Voraussetzungen, die Jugendlichen von sich, dem Lehrberuf und dem Betrieb zu überzeugen.

Oftmals läuft das Ganze aber leider vollkommen anders ab – besonders, wenn Berufsbildner/innen mit einer gewissen Erwartungshaltung an die Berufsbesichtigung herangehen. Man bietet etwas, also verlangt man von den Jugendlichen etwas. Eine falsche Denkweise, die aber nur schwer abzulegen ist.

Schliesslich nimmt man sich Zeit für die Vorbereitung und die Begleitung der Berufsbesichtigung. Da darf man doch erwarten, dass die Jugendlichen zumindest motiviert sind und interessiert zuhören. Und am Ende am besten noch anregende Fragen stellen, oder? Wenn dann nichts dergleichen geschieht, ist die Enttäuschung oft gross.

 

Lernende rekrutieren mit Humor und Lockerheit

 

Tipp 1: Das richtige Umfeld schaffen

Die Herausforderung bei der Berufsbesichtigung ist, nicht darauf zu warten, bis sich der oder die Einzelne interessiert, sondern selbst eine anregende Umwelt zu schaffen, die die SchülerInnen als lebendig und wertvoll ansehen. Für die Jugendlichen ist es eine ganz neue Situation und sie wissen häufig nicht, was sie fragen könnten.

Binden Sie Lernende ins Programm ein. Sie sind näher bei den Jugendlichen, sprechen ihre Sprache – häufig fällt es den Schüler/innen leichter eine Frage an Lernende zu richten.

 

Tipp 2: Authenzität und Freude am Beruf

In Fall der Berufsbesichtigung sind Sie es als Berufsbildner/in, die/der sich vor eine Gruppe Jugendlicher stellt. Der Erfolg steht und fällt mit Ihnen. Jugendliche sind kritische Beobachter. Sie nehmen das Gegenüber gründlich unter die Lupe und entscheiden in wenigen Sekunden, ob ihnen jemand sympathisch ist oder nicht. Daraus ergibt sich dann auch blitzschnell die Entscheidung,  ob es sich aus ihrer Sicht lohnt, zuzuhören oder nicht.

Die Jugendlichen von heute sind in vielerlei Hinsicht selbstbewusster als die Generation vor ihnen. Sie wissen oft sehr genau, was sie nicht wollen. Sie als Berufsbildner/in – oder noch besser Ihr Lernender/Ihre Lernende – müssen deswegen den Lehrbetrieb und Ihre Tätigkeit umso glaubwürdiger verkaufen. Authentizität und Freude am eigenen Beruf sind oftmals der Schlüssel zum Erfolg. Wer für seinen Beruf brennt, schafft es auch den Funken überspringen zu lassen.

 

Tipp 3: Praktische Arbeiten statt lange Vorträge

Die Schüler/innen benötigen Informationen über den Lehrberuf, sie möchten ihn aber vor allem auch erleben. Ein praktischer Teil sollte deshalb bei keiner Berufsbesichtigung fehlen.

Die Jugendlichen können auf diese Weise besser entscheiden, ob ihnen die Arbeiten gefallen und ob sie Talent dafür besitzen. Lange Vorträge können die Schüler/innen ermüden und langweilen. Lassen Sie die Schüler/innen mit anpacken, so gestalten Sie einen spannende und abwechslungsreiche Besichtigung.

 

Tipp 4: Mit etwas Humor zum Erfolg

Wichtige Aspekte bei der Entscheidung, ob uns jemand sympathisch ist oder nicht sind Humor, ein herzliches Lachen und ein lockeres, unverkrampftes und sicheres Auftreten. Wieso sollte es den Jugendlichen anders gehen? Wenn Sie als Berufsbildner/in diese Qualitäten mitbringen,  dann wird es Ihnen leicht fallen,  die Schülerinnen und Schüler zu begeistern. Sie sind sich nicht sicher, ob Sie damit wirklich Erfolg haben. Erfahrungsgemäss zeigt sich: Wenn zwischendurch gelacht wird und sich die oft steife Miene der Jugendlichen etwas lockert, dann haben Sie  bereits gewonnen.

 

Tipp 5: Lassen Sie sich als Berufsbildner/-in nicht verunsichern

Man darf sich von den reglosen Gesichtern nicht irritieren lassen. OberstufenschülerInnen sind ein anspruchsvolles Publikum. Zu Beginn ihrer Schulzeit sind die «Kinder» noch extrem wissbegierig, diese Eigenschaft nimmt mit zunehmendem Alter ab.  Viele Jugendliche sind nicht mehr intrinsisch motiviert, sondern rein auf das Erreichen guter Noten (extrinsische Motivation) konzentriert. Sie stehen unter teils enormen Leistungsdruck und der Spass am Lernen geht allzu schnell verloren.

Dieses Schema können die Jugendlichen während einer Berufsbesichtigung nicht einfach mal so mit der Jacke ablegen – sie sind darin gefangen. Um es noch schlimmer zu machen, haben sie die Qual der Wahl: Sie müssen aus sehr vielen Lehrberufen auswählen, welche sie besichtigen wollen. Diese Entscheidung ist nicht leicht, zumal viele SchülerInnen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht genau wissen, welcher Lehrberuf sie wirklich interessiert. Entsprechend melden sie sich «einfach mal an».

 

 

Lernende rekrutieren, indem Sie Interesse bei der Berufsbesichtigung wecken

Fazit: Bei Lernende mittels  Berufsbesichtigungen das Interesse zu wecken, ist möglich. Es ist keine leichte Aufgabe, die Jugendlichen für ein paar Stunden aus ihrem Dilemma herauszuholen. Deshalb darf man nicht erwarten, dass man einen zukünftigen Lernenden an einer Berufsbesichtigung findet. Berufsbesichtigungen bieten mit Sicherheit eine Chance, auf sich aufmerksam zu machen und das Interesse für den Lehrberuf zu wecken. Man muss Freude daran haben, junge Menschen zu begeistern. Dann kann der Funke auch bei den Jugendlichen überspringen.

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