Leistungsschwache Lernende betreuen

2 Methoden, wie Sie leistungsschwachen Lernenden zum Erfolg verhelfen

Es gibt Lernende, die sich prächtig entwickeln, von Tag zu Tag mehr lernen und schnell zu wertvollen Mitarbeitenden werden. Die meisten jedoch brauchen etwas mehr Unterstützung. Hier sind die Berufsbildner und Berufsbildnerinnen gefragt. An ihnen liegt es die Lernenden individuell zu betreuen und zu unterstützen, sodass Defizite ausgeglichen werden können.

Nicht immer gelingt der Übertritt vom Schulalltag in die Lehrzeit optimal. Oftmals gibt es Startschwierigkeiten. Einige Jugendliche haben so ihre Probleme im Arbeitsalltag Fuß zu fassen und mit den neuen Anforderungen erfolgreich umzugehen. Deswegen  gehe ich der Frage nach, wie wir diese jungen Lernenden betreuen und in ihrer Entwicklung optimal unterstützen können.

 

Betreuung leistungsschwacher Lernender

Eines ist wohl klar: Die Jugendlichen sind nicht nur mit den Herausforderungen des Arbeits- und Schulalltags konfrontiert. Sie befinden sich auch mitten in einer zwar spannenden aber auch turbulenten Entwicklungsphase.  Der ein oder andere fühlt sich zu Hause von den Eltern nicht  mehr verstanden. Andere haben Liebeskummer oder Versagensängste. Einige wurden oder werden gemobbt und wieder andere  machen ihr Glück von der  Anerkennung in den sozialen Medien stark abhängig. Jetzt auch noch mit den Anforderungen des neu zu erlernenden Berufs umgehen, im Lehrbetrieb Fuß zu fassen und gleichzeitig der Berufsfachschuleim Stoff mitzukommen , ist nicht immer einfach. Deswegen ist es besonders wichtig, dass die Lernenden betreut und individuell unterstütz werden. Wir haben die 2 wichtigsten Methoden zur Betreuung leistungsschwächerer Lernender vorgestellt:

 

Methode 1: Stützunterricht im Lehrbetrieb

Wir tun gut daran, die Lernenden ernst zu nehmen – mit all ihren Sorgen und Bedürfnissen. Das heisst auch, dass wir sie gut kennen müssen. Dazu gehört auch, nachzufragen, wie es ihnen geht. Berufsbildner und Beurfsbildnerinnen sollen im Optimalfall zur Vertrauens- und Bezugsperson der Jugendlichen werden. Wenn die Lernenden in der Berufsfachschule nicht mehr mithalten können und sich dies in schlechten Noten niederschlägt, sind die Lehrbetriebe besonders gefordert. Ich habe bei Peter Artho, Inhaber der Firma artho bodenideen nachgefragt, wie er mit solchen Herausforderungen umgeht. Für ihn ist klar: «Schulschwache Lernende müssen ganz eng begleitet werden. Dies ist zwar mit viel Aufwand des Lehrbetriebes verbunden – lohnt sich aber auf jeden Fall». Grundsätzlich möchte Peter Artho als Berufsbildner alle Noten der Lernenden sehen.Bei einer ungenügenden Note müssen die Lernenden am Samstagvormittag ins Geschäft kommen. Dort schaut er oder einer seiner Mitarbeitenden die Prüfung mit dem Jugendlichen nochmals an und schliesst die Wissenslücken. Viele Lernende schätzen diese angeordnete Lernzeit im Betrieb, da es dort nicht nur keine Ablenkung gibt, sondern die Lernenden auch 1:1 betreut werden.

 

Methode 2: Stützunterricht in Berufsfachschulen

Auch die Berufsschulen fördern lernschwache Jugendliche. Alois Oswald, Leiter Förderbereich der GBS St.Gallen, erklärt: «Die Angebote für die Lernenden sind kostenlos und finden ausserhalb des regulären Berufsfachschulunterrichts statt.» Es gebe drei Förderbereiche: Lern- und Arbeitsstrategien, Deutschkompetenzen und fachspezifische Inhalte. Bei Letzteren ist die Förderung individuell auf die Bedürfnisse der Lernenden angepasst, z. B. Grundlagen Rechnen für Dienstleistungsberufe oder Mathematik für technische Berufe.

 

Vorteile individueller Betreuung von Lernenden für den Lehrbetrieb

Natürlich benötigen die Jugendlichen eine individuelle Unterstützung. Von den folgenden Punkten können aber alle Lernenden profitieren. Und Sie als Lehrbetrieb auch, wenn Sie:

 

  • ein angenehmes Arbeitsklima im Lehrbetrieb schaffen;
  • ein Vertrauensverhältnis zu den Lernenden aufbauen;
  • Interesse an der Person zeigen und sie ernst nehmen;
  • nachfragen, wo Unterstützung gewünscht oder benötigt wird;
  • gemeinsam mit den Lernenden Lösungen finden;
  • Lern- und Arbeitsziele definieren;
  • aktive Unterstützung bei schulischen Problemen anbieten;
  • externe Angebote (z. B. Stützkurse der Berufsschule) aufzeigen;
  • Lernende für die Arbeit begeistern und die Freude daran vorleben;
  • den Lernenden Grosses zutrauen und das Risiko hinnehmen, ab und zu enttäuscht zu werden.

 

Bleiben Sie mit den Jugendlichen in Beziehung und begleiten Sie die Lernenden auf ihrem Weg. Ihre Arbeit wird sich auszahlen.

 

Autorin dieses Beitrages: Franziska Fäh, Projektleiterin Verein Triebwerk, Region St.Gallen

1 thought on “2 Methoden, wie Sie leistungsschwachen Lernenden zum Erfolg verhelfen”

  1. Lehrlinge auszubilden ist eine Herzensangelegenheit. Das Von beiden Seiten viel Motivation fordert. Kommt noch das Interesse dazu, dann ist die Entwicklung immer positiv!

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